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IHK und HWK präsentieren Ergebnisse der Konjunkturumfrage: Industrie, Dienstleister und Handel verlieren an Fahrt - Handwerk weiter stabil
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Handwerkskonjunktur läuft aktuell noch rund

Industrie, Dienstleister und Handel in schwierigem konjunkturellen Fahrwasser.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK) Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim haben jetzt gemeinsam die Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage vorgestellt. „Die regionale Konjunktur befindet sich aus Sicht der Industrie und des Handels in einem schwierigen Fahrwasser. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate werden von den Unternehmen deutlich pessimistischer beurteilt als zuletzt“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf.

Anders ist derzeit die Lage im Handwerk. „Die regionale Handwerkskonjunktur läuft rund, die aktuelle Geschäftslage wird mehrheitlich als ‚gut‘ von unseren Betrieben bewertet“, konstatiert der HWK-Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt. Allerdings gibt es auch im Handwerk erste Anzeichen für eine Eintrübung. „Es zeigt sich, dass die Erwartungen der Betriebe an die nächsten Monate weniger optimistisch sind“, so der Handwerkskammer-Chef weiter.

„Seit Monaten tritt die Konjunktur auf der Stelle. Vor allem die Industrie leidet infolge von weltweiten Unsicherheiten und zunehmendem Protektionismus schon seit längerem unter einem Abschwung. Unsere aktuellen Ergebnisse zeigen nun, dass sich die schwächere Konjunktur zunehmend auch auf Dienstleister und den Handel auswirkt. Alles in allem geht der IHK-Konjunkturklimaindex deutlich zurück und liegt auf dem niedrigsten Stand seit 2009“, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf die Ergebnisse für Industrie, Handel und Dienstleistungen zusammen. Im Vergleich zum Vorquartal rechnen die Unternehmen sowohl mit geringeren Exporten als auch mit nachlassenden Investitionen. Auch die Einstellungsabsichten verlieren an Dynamik und lassen nur noch ein geringes Beschäftigungswachstum erwarten. So prognostiziert der IHK-Frühindikator Beschäftigung einen Zuwachs bei den Arbeitsplätzen von rund 0,7 % bis zum Ende des ersten Quartals 2020.

„Die aktuelle Lage ist kritisch, aber nicht bedrohlich. Wichtig wäre, dass die Politik sich wieder verstärkt danach ausrichtet, Wachstumskräfte freizusetzen. Dazu gehören steuerpolitische Entlastungen insbesondere für den Mittelstand, weitere Anstrengungen beim Bürokratieabbau, das Voranbringen der Energiewende und Investitionen vor allem in Zukunftstechnologien. Um einem weiteren Abdriften der Konjunktur in eine längere Stagnation oder gar Rezession frühzeitig entgegenzuwirken, müssen Anreize für mehr Investitionen gesetzt werden“, so Graf.

Auch Ruschhaupt hält konjunkturelle Impulse aus der Politik für sinnvoll. Nach seiner Meinung könnte ein solcher Impuls für das Handwerk beispielsweise von dem geplanten Klimaschutzprogramm der Bundesregierung ausgehen. „Ob bei der energetischen Gebäudesanierung, dem Ausbau der Elektromobilität oder den Infrastrukturprojekten der Bahn, ohne Handwerk wird das nicht gehen“, ist sich Ruschhaupt sicher. Wichtig ist Ruschhaupt, dass die Politik verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit in Bezug auf die Umsetzung des Klimaschutzprogramms für die Betriebe schafft. Auch sollte nach seiner Meinung die Bürokratie begrenzt bleiben.

Sowohl IHK als auch HWK weisen darauf hin, dass sich in den aktuell erhobenen Daten das typische Muster einer konjunkturellen Entwicklung zeige. Demzufolge fällt die konjunkturelle Lage im Handwerk auch in einem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld noch gut aus, da sie kaum von der Exportentwicklung abhängig ist. Dies werde auch daran deutlich, dass die Bauwirtschaft als ebenfalls binnenorientierte Branche im Rahmen der IHK-Konjunkturumfrage weiter gut abschneidet.

Nach Angaben beider Kammern bleibt der Fachkräftemangel das Konjunkturrisiko Nummer eins. „Trotz schwächerer Konjunktur sind die Fachkräfteengpässe in den Unternehmen weiter groß, vor allem im Bereich der Dualen Berufsausbildung. Diese sollte daher noch weiter gestärkt werden. Wichtig dafür ist, deutlich zu machen, dass nicht nur ein Studium, sondern auch eine duale Ausbildung sowie die Höhere Berufsbildung attraktive Karriereoptionen bieten. Zudem müssten die Berufsschulen gestärkt und die digitale Infrastruktur ausgebaut werden“, so Graf und Ruschhaupt.

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