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©Agentur für Arbeit Nordhorn

Gemeinsam Ausbildungsabbrüche vermeiden

Partner unterzeichnen Vereinbarung „sicher durch die Ausbildung“

Seit Jahren bewegt sich die Zahl der Auflösung betrieblicher Ausbildungsverhältnisse auf nahezu gleichbleibendem, hohem Niveau. Die Mitglieder der Jugendberufsagentur Grafschaft Bentheim und die Netzwerkpartner, die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer, sehen Handlungsbedarf. Nun haben sie eine gemeinsame Vereinbarung geschlossen: „sicher durch die Ausbildung“. Mit verschiedenen Maßnahmen möchten die Beteiligten nicht nur präventive Unterstützung leisten, sondern bestehende Ausbildungsverhältnisse stabilisieren. Nach einer Vertragslösung soll die Möglichkeit des Verbleibs im Bildungssystem gesichert werden.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung „sicher durch die Ausbildung“ fand am 7. Mai in Nordhorn statt. Die Partner erklären dazu folgendes:

Agentur für Arbeit Nordhorn:
„Gemeinsam wollen wir Auszubildenden ein erfolgreicher Start in das Erwerbsleben ermöglichen, so Michael Jacob, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Nordhorn. „Wir leisten damit ein wichtiger Beitrag zu Fachkräftesicherung. Die Arbeitsagentur wird im Rahmen der Vereinbarung die Berufsorientierung intensivieren, schulübergreifende Elternveranstaltungen durchführen und auch ergänzende Beratung in den Grafschafter Berufsschulen anbieten.“

Landkreis Grafschaft Bentheim:
„Für den Landkreis Grafschaft Bentheim gibt es viele gewichtige und gute Gründe, diese vorliegende Vereinbarung zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen zu unterzeichnen und zu unterstützen“ so Landrat Friedrich Kethorn. Letztlich geht es um zwei wesentliche Dinge: junge Menschen mitzunehmen und zu begleiten in ihrer Ausbildung und Qualifizierung, sowie natürlich auch darum, den Wirtschaftsstandort zu stärken, indem wir auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte vorhalten. Das stärkt die Grafschafter Wirtschaft und ist somit eine Form der Wirtschaftsförderung.

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verfügt über zwei Einrichtungen, die junge Menschen bei der Ausbildung sozusagen an die Hand nehmen: das Grafschafter Jobcenter und das Pro-Aktiv-Center. Dazu kommen natürlich auch die Berufsbildenden Schulen. Das reicht von der aktiven Unterstützung bei der Ausbildungsstellensuche bis zur präventiven Hilfe und Betreuung. Durch frühzeitigen Kontakt wollen wir einen Ausbildungsabbruch, den sogenannten Abbruch nach unten, mit Hilfe der vorhandenen Netzwerke in der Grafschaft soweit wie möglich verhindern.

Der ersatzlose Ausstieg aus der beruflichen Qualifizierung bedeutet viele persönliche Konsequenzen für die jungen Menschen. Verbunden sind damit eine langfristige Bedrohung von Arbeitslosigkeit und eine Abhängigkeit von Sozialleistungen. Das dürfen wir nicht zulassen.

Mit dieser Vereinbarung verschiedener im Bereich der Berufsausbildung tätigen Einrichtungen möchten wir vereint das Problem angehen. Niemand darf verloren gehen. Die gemeinsame Power der verschiedenen Akteure kann da, davon bin ich überzeugt, vieles erreichen.“

Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim:
„Das Handwerk im Kammerbezirk hat sich im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich gut entwickelt“, sagt Sven Ruschhaupt, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Insgesamt lernen in den 10.600 Betrieben über alle vier Lehrjahre mehr als 7.200 Auszubildende einen Handwerksberuf. Das bedeutet eine Ausbildungsquote von über 67 % und stellt deutschlandweit den Spitzenwert aller Kammerbezirk im Handwerk dar. „Auch die Handwerksbetriebe in der Grafschaft Bentheim tragen sehr viel zu diesem erfolgreichen Ergebnis bei.“ „Mit der Vereinbarung „sicher durch die Ausbildung“ wird in prägnanter Form verdeutlicht, wer welche Aufgaben übernimmt und wie Ausbildungsabbrüche verhindert werden können. Hierdurch wird auch noch einmal deutlich gemacht, wie eng und gut die Institutionen zusammenarbeiten, um die Rahmenbedingungen für Jugendliche, Auszubildende und Handwerksbetriebe zu verbessern.“

Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim:
„Der Abbruch einer Ausbildung belastet Jugendliche und Ausbildungsbetriebe“, so Eckhard Lammers, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. „Häufige Gründe sind falsche Erwartungen auf beiden Seiten. Hier müssen wir mit einer verbesserten Berufsorientierung der Schulabgänger über die künftigen Anforderungen ansetzen. Als sehr hilfreich haben sich zudem Betriebspraktika erwiesen, die ein frühzeitiges gegenseitigen Kennenlernen ermöglichen. Auch die Information der Betriebe über besonderes erfolgreiche Ausbildungsmodelle trägt zur Vermeidung von Abbrüchen bei. Dies unterstützt unsere IHK z. B. durch die Auszeichnung von Betrieben mit dem Siegel „TOP-Ausbildung“.“