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Verabschiedung Hagemann Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd

Viel Lob in Lingen für die „Denkfabrik Hagemann“

Handwerk verabschiedet Hauptgeschäftsführer.

Von einer „Ära, die zu Ende geht“, war am Donnerstagabend im Saal Sperver in Brögbern die Rede. Andreas Nünemann, Vorsitzender Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd, verwendete die Formulierung für Horst Hagemann. Der Hauptgeschäftsführer wurde nach 30-jähriger Tätigkeit an verantwortlicher Stelle der Organisation in den Vorruhestand verabschiedet.

Hagemann hatte den Schritt selbst gewählt, vor Jahren schon mit seinem Arbeitgeber auf dieses Datum hin eine Vereinbarung getroffen und mit seiner Ehefrau Rosi besprochen. Doch als es nun tatsächlich so weit war, war dem sonst so kontrolliert wirkenden 58-Jährigen die Bedeutung dieses emotionalen Moments anzusehen. Jeder der rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Schulen, Behörden, Finanzdienstleistern und Verbänden spürte, dass hier jemand ging, der seinen Beruf mit Leidenschaft, Gestaltungskraft – und sichtbaren Ergebnissen – ausgefüllt hat. Das wurde auch in den Reden an diesem Abend bei der Verabschiedung von Hagemann deutlich.

Die Formulierung, dass eine Ära zu Ende gehe, sage man nicht leichtfertig daher, betonte Nünemann. Aber allein die Zahl derer, die zu dieser Feierstunde gekommen seien, drücke die Wertschätzung aus, die Hagemann genieße, meinte der Bauunternehmer aus Haren. Unter den Ehrengästen waren neben Landrat Reinhard Winter und Oberbürgermeister Dieter Krone der neue Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Reiner Möhle, sein Vorgänger Peter Voss und Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt.

In seiner Laudatio auf Hagemann ließ Kreishandwerksmeister Georg Kall dessen beruflichen Werdegang seit seinem ersten Arbeitstag am 1. August 1988 Revue passieren. Den Worten von Kall zufolge trug der Um- und Ausbau der Handwerksorganisation in räumlicher und organisatorischer Hinsicht zu einem wirkungsvollen Instrument der Fort- und Weiterbildung von Auszubildenden und Arbeitnehmern sehr stark die Handschrift des Brögberners.

Beispielhaft nannte der Bauunternehmer aus Thuine den Neubau des „Hauses des Handwerks“ an der Beckstraße, die Errichtung der Bildungsakademie am Schwarzen Weg, den Bau einer Außenstelle in Nordhorn und die Gründung der Stiftung „Handwerk und Qualifikation“, die ebenfalls eine Idee aus der „Denkfabrik Hagemann“ gewesen sei. Sein Meisterstück habe dieser, so Kall, mit der Zusammenführung der Kreishandwerkerschaften in Lingen und Meppen zu „Emsland Mitte Süd“ vollbracht. „Das war sicherlich eine historische Entscheidung, die dauerhaft auch eng mit dem Namen Horst Hagemann verbunden sein wird“.

Kammerpräsident Möhle: Das hat uns umgehauen

Auch Kammerpräsident Rainer Möhle würdigte die Leistung von Hagemann. Die Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd sei hervorragend aufgestellt, sagte der ehemalige Obermeister der Innung Sanitär-, Heizung-, Klima- und Klempnertechnik (SHK) Osnabrück-Stadt. Er hatte auch gleich das passende Geschenk für den Vorruheständler parat. „Alles.Richtig.Gemacht.“ lautete der Titel einer Imagekampagne der SHK-Innungen. Der passe zu Hagemann, sagte Möhle beim Überreichen eines Plakats.

Der Kammerpräsident räumte aber auch ein, dass ihn die letzte von Hagemann mit zu verantwortende Personalie im Haus des Handwerks, „umgehauen“ habe. Nachfolger wurde Matthias Ricken, bislang Geschäftsführer im Berufsbildungs- und Technologiezentrum des Handwerks (BTZ), ein Tochterunternehmen der Handwerkskammer.

Dieser Personalwechsel lasse aufhorchen und auf die Intensivierung bereits angestoßener Synergieeffekte hoffen, sagte Landrat Reinhard Winter. Auch er würdigte die Leistungen Hagemanns insbesondere bei der Fortbildung der Innungsbetriebe. Die kollegiale und freundschaftliche Verbundenheit hob Hermann Schmitz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aschendorf-Hümmling, hervor.

Der Brögberner selbst dankte für die vielen guten Worte und bedankte sich selbst ausdrücklich bei allen Wegbegleitern, Kolleginnen und Kollegen. „Sie alle haben tolle Arbeit geleistet“, betonte der Vorruheständler. Er sei selbst gerne mit Herzblut dabei gewesen. Mit dem traditionellen Ausspruch „Gott segne das ehrbare Handwerk“ setzte Hagemann den letzten Punkt – mit einer Mischung aus Rührung, Erleichterung und Freude über den stehenden Applaus seiner Gäste.

 

Thomas Pertz: Viel Lob in Lingen für die „Denkfabrik Hagemann“ , NOZ, 17.08.2018