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Perspektiven für Rückkehr in die Heimat schaffen - Innenminister Boris Pistorius mit einem HWK Präsident Reiner Möhle und einem Teilnehmer des Projekts
Handwerkskammer

Perspektiven für Rückkehr in die Heimat schaffen

Projekt zur Förderung der Freiwilligen Rückkehr von Landesaufnahmebehörde, Handwerkskammer und Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit vorgestellt.

Die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) hat, gemeinsam mit Innenminister Boris Pistorius, der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (HWK) sowie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Pilotprojekt zur Förderung der freiwilligen Rückkehr vorgestellt.

Im Zuge des Projekts „Integrierte Qualifizierungsmaßnahmen zur Förderung der freiwilligen Rückkehr und der Reintegration in sichere Herkunftsländer sowie der Maghreb Staaten“ bekommen Geflüchtete mit geringer Bleibeperspektive die Möglichkeit sich in handwerklichen Berufen zu qualifizieren. Mit diesem Wissen und diesen Fähigkeiten soll es ihnen möglich werden, sich langfristige wirtschaftliche Perspektiven in den Heimatländern zu eröffnen.

Angebot für ausreisepflichtige und ausreisewillige Personen

Innenminister Boris Pistorius betonte in seiner Rede die Bedeutung der freiwilligen Ausreise und der Schaffung von Perspektiven in den Heimatländern: „Das Land Niedersachsen steht für eine verantwortungsvolle und humane Migrationspolitik. Die freiwillige Ausreise hat dabei die höchste Priorität. Ein wesentlicher Teil derjenigen, die keine oder wenig Aussicht auf eine dauerhafte Bleibeperspektive in Deutschland haben, fällt es aber schwer, freiwillig in eine Heimat zurückzukehren, in der es kaum Perspektiven oder Jobs gibt. Vor diesem Hintergrund schaffen wir Angebote, um diesem Personenkreis durch eine zusätzliche berufliche Qualifikation weitere Zukunftsperspektiven in Ihren Heimatländern zu bieten.“

Präventiv Perspektivlosigkeit begegnen

„Wir haben in diesem Projekt tolle Kooperationspartner an unserer Seite, ohne die die Umsetzung nicht möglich gewesen wäre“, lobte Jens Grote, Präsident der LAB NI, die gute Zusammenarbeit mit der HWK und der GIZ. „Diese Qualifizierungsmaßnahmen ermöglichen nicht nur eine Rückkehr in Würde in die Heimatländer, sondern erweitern auch das Angebot der LAB NI. Durch die damit einhergehende Tagesstrukturierung können wir Konflikten und Straftaten, ausgelöst durch Perspektivlosigkeit und Verzweiflung, präventiv begegnen“, so Grote weiter.

Reiner Möhle, Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim konkretisiert die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren: „In den modernen Werkstätten der HWK und mit unseren motivierten Meistern finden sich die optimalen Rahmenbedingungen für die Ausbildung der Geflüchteten. Die Reintegrationsscouts der GIZ leisten zusätzlich zu dem praktischen Angebot der HWK eine hervorragende Arbeit in der Vermittlung von Soft-Skills und in der Information über bestehende Angebote und Perspektiven in den Heimatländern.“

Vier Qualifikationsmaßnahmen im Jahr 2019

Die Dauer der Maßnahmen ist auf jeweils ca. 3 Monate ausgelegt und in feststehenden Curricula beschrieben. Die praktische Qualifizierung wird durch Coaching-Module begleitet, die unter anderem den Erwerb von „Soft Skills“, wie verbessertem Zeitmanagement und positive Selbstdarstellung und den Erwerb beinhalten. In dieser Woche entscheiden sich die Teilnehmenden auch für ein Berufsprofil, in dem sie sich qualifizieren möchten. Die Teilnehmenden können aus unterschiedlichen Handwerken wie beispielsweise Maler, Tischler, Friseur oder Fliesenleger wählen.

Bisher wurden im Jahr 2019 zwei Qualifizierungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen. Ein dritter Kurs hat am 05.08.2019 begonnen und wird voraussichtlich am 25.10.2019 beendet. Eine vierte Maßnahme ist für Ende Oktober 2019 bis Januar 2020 geplant.

In den ersten zwei Kursen haben insgesamt 21 Teilnehmende die Qualifikationsmaßnahme beendet und das Abschlusszertifikat erhalten. Den dritten Kurs haben 13 Personen am 05.08.2019 begonnen. Aus den ersten beiden Kursen, die im Jahr 2019 stattgefunden haben, sind bisher insgesamt zehn Personen freiwillig in ihre Heimatländer ausgereist.

Im Fokus des Projekts stehen neben den Maghreb-Staaten und den Westbalkan-Ländern die westafrikanischen Staaten Nigeria, Ghana, Senegal und Gambia. In diesen Regionen unterhält die GIZ bereits Niederlassungen für die Vermittlung und Durchführung von Folgemaßnahmen in den Heimatländern. So können die Teilnehmenden über Ländergrenzen hinweg begleitet werden.

Zum Beitrag von NDR Niedersachsen