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Handwerksrolle

Handwerksrolle

Die selbständige Ausübung eines Handwerks als stehendes Gewerbe ist in der Handwerksordnung geregelt. In den gesetzlichen Anlagen zur Handwerksordnung werden alle Tätigkeiten aufgeführt, die den handwerksrechtlichen Regelungen unterliegen:

Anlage A – zulassungspflichtiges Handwerk
Anlage B1 – zulassungsfreies Handwerk
Anlage B2 – handwerksähnliches Gewerbe.

Wie kann ich mich im Handwerk selbständig machen?

Wer ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A) ausübt, muss in der Handwerksrolle eingetragen sein. Bei Ausübung eines zulassungsfreien Handwerks (Anlage B1) oder eines handwerksähnlichen Gewerbes (Anlage B2) besteht eine Eintragungspflicht im Verzeichnis der Inhaber eines Betriebs eines zulassungsfreien Handwerks oder eines handwerksähnlichen Gewerbes.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Eintragung vorliegen?

Die Eintragung mit einem zulassungspflichtigen Handwerk (Anlage A) in die Handwerksrolle setzt die Meisterprüfung in dem betreffenden Handwerk oder eine nach der Handwerksordnung gleichwertige fachliche Qualifikation voraus. Über diese Qualifikation kann die Inhaberin oder der Inhaber bzw. bei Personengesellschaften und juristischen Personen die Geschäftsführerin oder der Geschäftsführer selbst verfügen. Eine Eintragung ist außerdem möglich, wenn die fachlich-technische Betriebsleiterin oder der fachlich-technische Betriebsleiter eine geeignete Qualifikation aufweist.

Um sich mit einem zulassungsfreien Handwerk (Anlage B1) oder einem handwerksähnlichen Gewerbe (Anlage B2) selbständig zu machen, bedarf es keines Qualifikationsnachweises.

Welche Qualifikation ist für die Eintragung in die Handwerksrolle nachzuweisen?

Neben der Meisterprüfung werden beispielsweise Abschlüsse als Ingenieurin oder Ingenieur mit Studienschwerpunkt im betreffenden Handwerk anerkannt; entsprechendes gilt für Techniker- und Industriemeisterabschlüsse. Sofern die Prüfung nicht in Deutschland abgelegt worden ist, beraten wir Sie gern, ob der Abschluss als Eintragungsgrundlage geeignet ist.

Welche Ausnahmeregelungen gibt es?

Sofern Sie nicht im Besitz einer Qualifikation sind, die für die geplante Handwerksausübung erforder-lich ist, kann unter Umständen eine Ausnahmeregelung anwendbar sein. Wir geben Auskunft zu allen Antragsmöglichkeiten für die Erteilung einer Ausübungsberechtigung oder Ausnahmebewilligung nach §§ 7a, 7b oder 8 Handwerksordnung sowie für Staatsangehörige eines Mitgliedsstaats der EU, des EWR oder der Schweiz nach § 9 Handwerksordnung.

Der Beginn oder die Beendigung eines handwerklichen bzw. handwerksähnlichen Betriebes ist der Handwerkskammer unverzüglich anzuzeigen.

Einen förmlichen Antrag für eine Eintragung finden Sie unter Downloads.

Die Ansprechpartner in der Handwerksrolle beraten Sie gern.

Wer ist Mitglied der Handwerkskammer?

Zur Handwerkskammer gehören die Inhaber des Betriebes eines zulassungspflichtigen oder zulassungsfreien Handwerks und eines handwerksähnlichen Gewerbes des Handwerkskammerbezirks sowie die Gesellen, die anderen Arbeitnehmer mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und die Lehrlinge dieser Gewerbetreibenden. Zur Handwerkskammer gehören auch Personen aus dem Handwerk, die selbständig eine sog. nicht-wesentliche Tätigkeit eines zulassungspflichtigen Handwerks gewerblich ausüben. Einzelheiten sind im § 90 Abs. 2 bis 4 der Handwerksordnung festgelegt.

Warum Pflichtmitgliedschaft in der Handwerkskammer?

Bei der Förderung der Wirtschaft bedient sich der Staat unter anderem der Handwerkskammern. Die besondere Sachkunde der Kammer beruht auf der gründlichen Kenntnis der handwerklichen Strukturen in den ihr zugeordneten Betrieben unabhängig von deren Größe und Wirtschaftskraft. Das Bundesverfassungsgericht hat mehrfach entschieden, dass der Organisationszwang der Handwerksordnung sachlich notwendig ist und den Betroffenen zugemutet werden kann.

Wie können die Mitglieder in der Handwerkskammer aktiv mitarbeiten?

Ehrenamtliches Engagement ist in der Vollversammlung und im Vorstand, aber auch in zahlreichen Prüfungsausschüssen möglich, ausdrücklich erwünscht und für die richtige Aufgabenerfüllung im Sinne des Handwerks dringend notwendig. Hierdurch werden das Fachwissen und die Vorstellungen der Mitglieder in die Arbeit der Handwerkskammer eingebracht, wodurch diese direkt an den Bedürfnissen der Betriebe ausgerichtet wird.

Grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung

Für die vorübergehende und gelegentliche Erbringung von Dienstleistungen in einem zulassungspflichtigen Handwerk (Anlage A) durch Staatsangehörige eines anderen Mitgliedstaates der EU, des EWR oder der Schweiz besteht eine vorherige Anzeigepflicht bei der zuständigen Handwerkskammer am Ort der erstmaligen Leistungserbringung (Anzeige grenzüberschreitender Dienstleistungserbringung).

Die Handwerkskammer stellt eine Eingangsbestätigung aus, wenn die in der EU/EWR-Handwerk-Verordnung genannten Voraussetzungen nachgewiesen sind:

  • Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der EU, des EWR oder der Schweiz,
  • rechtmäßige Niederlassung in einem vergleichbaren Beruf in einem anderen Mitgliedstaat der EU,
    des EWR oder in der Schweiz und
  • Berufs- oder Ausbildungsreglementierung für die Dienstleistung im Niederlassungsstaat oder
    Mindestdauer der Berufsausübung im Niederlassungsstaat von einem Jahr innerhalb der letzten
    zehn Jahre vor der Anzeige.

Der Anzeige sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Kopie des Personalausweises oder eines vergleichbaren Identifikationspapiers,
  • EU-Bescheinigung nach Richtlinie 2013/55/EU aus dem Niederlassungsstaat (mit Übersetzung).

Die Anzeige ist alle zwölf Monate seit der letzten Anzeige formlos zu wiederholen, wenn die weitere Erbringung von Dienstleistungen beabsichtigt ist.

Eine Sonderregelung gilt für Schornsteinfeger, Augenoptiker, Hörakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Zahntechniker.

Unberechtigte Handwerksausübung

Die Ausführung von handwerklichen Tätigkeiten ohne entsprechende Eintragung in die Handwerksrolle stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeld geahndet werden und zur Betriebsschließung führen kann.

Sind die Voraussetzungen des Gesetzes zur Bekämpfung der Schwarzarbeit erfüllt, kann ein Bußgeld bis zu 50.000,- € verhängt werden.

Unberechtigte Handwerksausübung und Schwarzarbeit werden von den Städten und Kommunen sowie den Hauptzollämtern verfolgt. Die Handwerkskammer nimmt sachdienliche Hinweise auf unberechtigte Handwerksausübung entgegen und leitet diese an die zuständigen Stellen weiter.

Zu diesem Zweck können Sie uns telefonisch bei der Handwerkskammer erreichen. Wir nehmen Ihre Hinweise entgegen und beantworten Ihre Fragen zu diesem Themenbereich.


stv. Leiter Handwerksrolle

Telefon 0541 6929-330
Fax 0541 6929-99330
h.schmidt@hwk-osnabrueck.de

Gebühren der Handwerksrolle

Handwerksrolle/ Verzeichnis zulassungsfreier Handwerke/ Verzeichnis handwerksähnlicher Gewerbe
1. Eintragung in die Handwerksrolle mit Meister-, Ingenieur- oder Dipl.-Ing.-Prüfung bzw. mit Ausnahmegenehmigung oder sonstiger Berechtigung 180,00 €
2. Eintragung von juristischen Personen, Personengesellschaften und Betrieben mit angestelltem Betriebsleiter in die Handwerksrolle 360,00 €
3. Eintragung in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder in das Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe 160,00 €

Es gilt die aktuelle Gebührenordnung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.

Weitere Gebühren ergeben sich aus der aktuellen Gebührenordnung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.

Beitrag

Nach § 113 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (Handwerksordnung) sind zur Deckung der Ausgaben der Handwerkskammer Beiträge zu erheben. Die Vollversammlung der Handwerkskammer hat die Festsetzung der Beiträge beschlossen.

Der Beitrag setzt sich aus einem Grundbeitrag und gegebenenfalls aus einem Zusatzbeitrag zusammen. Die Bemessungsgrundlage hierfür ist der jeweils 3 Jahre zurückliegende Gewerbeertrag, hilfsweise dem Gewinn aus Ihrem Gewerbebetrieb. Liegt der für die Beitragsberechnung maßgebende Gewerbeertrag nicht vor, können die Beiträge vorläufig nach dem zuletzt festgesetzten Gewerbeertrag errechnet werden.

Weitere Informationen und eine Beispielrechnung finden Sie im beigefügten Merkblatt „Wichtige Informationen rund um Ihren Handwerkskammerbeitrag!

Grundbeitrag im Beitragsjahr 2018
78,00 € Existenzgründer nach § 113 Abs. 2  HwO
156,00 € Betriebe mit Gewerbeertrag/ Gewinn 2015
(auch bei Verlust oder Nullwert)
bis 7.669,38 €
200,00 € Betriebe mit Gewerbeertrag/ Gewinn 2015 von 7669,39 € bis 12.782,30 €
242,00 € Betriebe mit Gewerbeertrag/ Gewinn 2015 von 12.782,31 € bis 18.406,51 €
321,00 € Betriebe mit Gewerbeertrag/ Gewinn 2015 ab 18.406,52 €
254,00 € Betriebe mit der Rechtsform einer juristischen Person ohne Gewerbeertrag/ Gewinn 2015
411,00 € Betriebe mit der Rechtsform einer juristischen Person mit Gewerbeertrag/ Gewinn 2015
Zusatzbeitrag im Beitragsjahr 2018

Bei der Berechnung des Zusatzbeitrages bleibt für natürliche Personen und für Personengesellschaften ein Gewerbeertrag von 18.406,51 € unberücksichtigt. Außerdem beträgt der Zusatzbeitrag je Betrieb höchstens 12.782,30 €.

Betriebe mit Gewerbeertrag/ Gewinn 2015 0,51 € bis 61.355,03 € 0,50 %
Betriebe mit Gewerbeertrag/ Gewinn 2015 ab 61.355,04 € 0,40 %

Was gilt für Existenzgründer?

Natürliche Personen, die erstmalig ein Gewerbe angemeldet haben, sind

  • für das Jahr der Anmeldung von der Errichtung des Grundbeitrages und des Zusatzbeitrages,
  • für das zweite und dritte Jahr von der Errichtung der Hälfte des Grundbeitrages und vom Zusatzbeitrag
  • für das vierte Jahr von der Entrichtung des Zusatzbeitrages

befreit, soweit deren Gewerbeertrag oder deren nach dem Einkommensteuergesetz ermittelter Gewinn aus Gewerbebetrieb 25.000 Euro nicht übersteigt.

Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 113 HwO.

Wofür werden die Beitragsgelder verwendet?

Die Beiträge tragen zur Deckung der Kosten der Kammertätigkeit bei. Die Handwerkskammer vertritt die Interessen des Handwerks gegenüber der Politik, der Verwaltung und der Öffentlichkeit.

Warum ist der Beitrag auch von Betrieben zu zahlen, die bisher keine direkte Leistung der Kammer in Anspruch genommen haben?

Die Handwerkskammer nimmt die ihr zugewiesenen gesetzlichen Aufgaben wahr und vertritt die Interessen des gesamten regionalen Handwerks, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Mitgliedsbetriebe zu verbessern. Diese Aufgaben werden von den engagierten ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertretern der Handwerkskammer in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kammer und den Handwerksorganisationen auf Kammer-, Landes-, Bundes- und EU-Ebene mit großem Nachdruck wahrgenommen. Von dieser Bündelung des Gesamtinteresses aller Handwerksbetriebe der Region profitiert auch jedes einzelne Kammermitglied.

Welchen Anteil haben die Beiträge am Haushalt?

Die Einnahmen aus Handwerkskammerbeiträgen bildeten im Jahr 2017 einen Anteil von rund 27 % an den Gesamteinnahmen der Kammer. Ca. 10 % der Einnahmen bestehen aus öffentlichen Zuwendungen. Mehr als 56 % der Gesamteinnahmen entfallen auf Gebühren, die insbesondere für die Nutzung des vielfältigen Angebots von Bildungsmaßnahmen im Berufsbildungs- und TechnologieZentrum Osnabrück entstehen.

Wer legt die Beitragshöhe fest?

Der Höhe der Beiträge werden jährlich von der Vollversammlung der Handwerkskammer beschlossen. Dabei werden der Gleichheitsgrundsatz und die Leistungsfähigkeit der Betriebe berücksichtigt.

Wie wird der Beitrag berechnet?

Berechnungsgrundlage für den Beitrag ist der Gewerbeertrag, den das Finanzamt für das drei Jahre zurückliegende Steuerjahr festsetzt. Wenn kein Gewerbeertrag festgesetzt wurde, ist der Gewinn aus Gewerbebetrieb die Berechnungsgrundlage.

Gibt es eine Widerspruchsfrist?

Gegen den Beitragsbescheid kann innerhalb eines Monats nach dessen Zugang Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht eingereicht werden. Darüber hinaus ergeht der Beitragsbescheid unter dem Vorbehalt der Änderung, soweit sich die Bemessungsgrundlage nachträglich ändert.

Sollten Rückfragen zum Beitragsbescheid bestehen bzw. dem Bescheid offensichtliche Unrichtigkeiten zu Grunde liegen, wenden Sie sich bitte innerhalb der Klagefrist an die Handwerkskammer. Gegebenenfalls kann durch die Sachverhaltsaufklärung ein geänderter Beitragsbescheid erlassen werden, so dass die Notwendigkeit einer Klage – die mit Kosten verbunden ist – vermieden werden kann. Die Frist zur Klageerhebung wird durch die formlose Sachverhaltsaufklärung allerdings nicht beeinflusst.

Ist es auch möglich, den Beitrag zu stunden und Ratenzahlung zu vereinbaren?

Ja, das ist möglich, wenn die sofortige Einziehung der Beiträge mit erheblichen Härten für den Betriebsinhaber verbunden wäre. Im Einzelfall lässt sich dies mit den Ansprechpartnern in der Handwerkskammer klären.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die unten aufgeführte Ansprechpartnerin.

Ihre Ansprechpartner/-innen

Handwerksrolle




Sachbearbeiterin Handwerksrolle
Altkreis Meppen, Nordhorn

Telefon 0541 6929-311
Fax 0541 6929-99311
k.dahmann@hwk-osnabrueck.de


Sachbearbeiterin Handwerksrolle
Landkreis Osnabrück

Telefon 0541 6929-321
Fax 0541 6929-99321
c.firmer@hwk-osnabrueck.de


Sachbearbeiter Handwerksrolle
Emsland

Telefon 0541 6929-310
Fax 0541 6929-99310
m.mertens@hwk-osnabrueck.de


Sachbearbeiterin Handwerksrolle
Stadt Osnabrück & Beitrag

Telefon 0541 6929-320
Fax 0541 6929-99320
k.rosebrock@hwk-osnabrueck.de


stv. Leiter Handwerksrolle

Telefon 0541 6929-330
Fax 0541 6929-99330
h.schmidt@hwk-osnabrueck.de


Sachbearbeiterin Handwerksrolle
Landkreis Osnabrück

Telefon 0541 6929-301
Fax 0541 6929-99301
c.witte@hwk-osnabrueck.de

Beitrag


Sachbearbeiterin Beitrag

Telefon 0541 6929-331
Fax 0541 6929-99331
k.vondenbenken@hwk-osnabrueck.de


Sachbearbeiterin Handwerksrolle
Stadt Osnabrück & Beitrag

Telefon 0541 6929-320
Fax 0541 6929-99320
k.rosebrock@hwk-osnabrueck.de