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Handwerkskammer

Meisterclub begrüßt 500. Mitglied

Christopher Schröer aus Lorup vom Angebot der Interessensvertretung der Handwerkselite überzeugt

Der 29-jährige Emsländer ist das 500. Mitglied des Meisterclubs der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Dabei könnte er eigentlich doppelt zählen, denn Schröer hat gleich in zwei Gewerken seinen Meister gemacht: als Installateur- und Heizungsbauer und als Elektrotechniker. Erst vor kurzem hat er zudem sein eigenes Unternehmen im Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikhandwerk – TEAM Schröer Gebäudetechnik gegründet.

„Ich wollte durch die zweifache Meisterausbildung die genauen Hintergründe erfahren, warum etwas so ausgelegt oder berechnet wird, wie ich es damals als Auszubildender und Geselle auf der Baustelle vorgefunden habe. Zudem habe ich schon in der Lehrzeit davon geträumt, einen eigenen Betrieb zu gründen. Diesen Traum habe ich jetzt zur Wirklichkeit werden lassen.“ Um aber Fehler zu vermeiden und von den Erfahrungen der Kollegen*innen zu profitieren, trat Schröer dem Meisterclub bei. „Durch regelmäßige Treffen, gemeinsame Info-Veranstaltungen oder Exkursionen entsteht ein Netzwerk von Handwerksmeister*innen, von dem jedes Mitglied enorm profitiert“, erklärt Peter Beckmann, stellv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Allerdings mussten aufgrund der Corona-Beschränkungen die Veranstaltungen für dieses Jahr eingeschränkt werden.

Larissa Albers betreut den Meisterclub hauptamtlich seit der Gründung im Februar 2018 und freut sich, dass in so kurzer Zeit die Marke von 500 Meisterclubmitgliedern geknackt wurde: „Trotz der zur Zeit geltenden Einschränkungen überzeugt unser langfristig angelegtes und nachhaltigen Angebot und gilt als Mehrwert für die Karriereplanung, die Betriebsgründung oder die Betriebsführung.“ Das sieht auch Christopher Schröer so: „Ob regionale Stammtische an den unterschiedlichsten Orten, Workshops und Events für Selbstständige und Arbeitnehmer. Also eigentlich alles, was man von einem Meisterclub erwarten kann. Toll, dass die Handwerkskammer so etwas anbietet und hoffentlich bald wieder durchführt.“

Die Handwerkskammer organisiert und finanziert teilweise die Veranstaltungen des Meisterclubs. Ob der mehrtägige Besuch der internationalen Handwerksmesse in München, ein Seminar zur Betriebsführung in Nordhorn oder zum Thema Personalführung in Papenburg. „Wir achten sehr darauf, die Veranstaltungen auch in der Fläche anzubieten, damit unsere Mitglieder keine weiten Fahrwege haben“, erläutert Albers, die auf zwei Veranstaltungen in der nächsten Zeit hinweist. Am 26. September „Praxistag – Schwierige Mitarbeitergespräche führen“ und am 24. Oktober: „Workshop – Richtig verhandeln“.

„Solche Abend-, Tages- oder Wochenendveranstaltungen sind geprägt durch die gute Organisation seitens der Kammer sowie dem Zusammentreffen der jungen Meister*innen mit unterschiedlich langer Berufserfahrung und unterschiedlichen Lebensläufen“, fasst Schröer zusammen, der insbesondere den intensiven Erfahrungsaustausch untereinander hervorhebt. „Ob Fragen zur Existenzgründung, Finanzierung oder Betriebs- und Büroorganisation – Meisterinnen und Meister lernen eine Menge voneinander, da viele Kollegen Ratschläge und nützliche Tipps geben oder eben Referenten zu einem wichtigen Thema informieren“, so Schröer abschließend.

Der Meisterclub

Du hast erfolgreich Deine handwerkliche Meisterprüfung bestanden, willst Dich auch weiterhin beruflich und persönlich weiterentwickeln und dabei Gleichgesinnte treffen? Dann ist der Meisterclub genau das Richtige für Dich!

Organisiert von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim richtet sich der Meisterclub an junge Absolvent*innen der Meisterprüfung aller Gewerke. Mit Angeboten zur fachlichen und persönlichen Weiterbildung sowie dem Besuch interessanter Unternehmen und regionaler Veranstaltungshighlights bietet der Meisterclub ein spannendes Programm und viele Möglichkeiten der beruflichen und persönlichen Vernetzung.

Bislang sind über 500 Mitglieder aus fast allen Gewerken registriert. Die Mitgliedschaft im Meisterclub ist kostenlos. Sämtliche Termine, Veranstaltungen und Weiterbildungsmaßnahmen werden auf der „Meisterclub-App“ veröffentlicht. Die Anmeldung erfolgt ebenso über die App.

Weitere Infos zum Meisterclub

Interview mit Christopher Schröer

Hallo, mein Name ist Christopher Schröer, ich bin 29 Jahre jung. Ich lebe und wohne in Lorup (Samtgemeinde Werlte) und habe  gerade mein eigenes Unternehmen im Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikhandwerk – TEAM Schröer Gebäudetechnik gegründet.

In welchem Handwerk hast Du die Meisterprüfung abgelegt?

Meine erste Meisterprüfung habe ich 2013 im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk erfolgreich in Münster abgelegt. 2019 konnte ich mir dann einen weiteren Traum erfüllen und die Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk erfolgreich in Papenburg absolvieren. 

Warum hast Du Dich für die Qualifizierung zum Meister entschieden?

Mein Ziel war es meinen Ausbildungsberuf und mein Wissen, dass ich mir in der Ausbildung angeeignet hatte, noch weiter zu vertiefen. Ich wollte die genauen Hintergründe erfahren, warum etwas so ausgelegt oder berechnet wird, wie ich es damals auf der Baustelle vorgefunden habe. Zudem habe ich damals in der Ausbildung schon davon geträumt, einen eigenen Betrieb zu gründen. Dieses Ziel hatte ich lange aus den Augen verloren und habe mich auf der Zielgeraden meiner zweiten Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk wieder daran erinnert.

Welchen Weg hast Du nach Deiner abgeschlossenen Meisterprüfung eingeschlagen?

Mein Weg nach meinem Installateur- und Heizungsbauermeister führte mich in ein Planungs- und Ingenieurbüro hier bei uns im Dorf. Ich habe dort gebäudetechnische Anlagen geplant, ausgeschrieben und vor Ort auf der Baustelle koordiniert und begleitet. Als Jungmeister war das für mich ein Schubs ins kalte Wasser, aber ich konnte mich dort behaupten und durchsetzen.

Nach den 3 ½ Jahren wurde ich auf die Ausbilderstelle in der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg aufmerksam. Mein Vorgänger wurde verdient in den Ruhestand verabschiedet und ich durfte nach einem kurzen Bewerbungsgespräch als Werkstattlehrer dort meinen Dienst antreten. Hätte mir das einer am Anfang meiner Ausbildung gesagt, dass ich einmal eine ÜBL leiten werde, ich hätte ihn für verrückt erklärt, aber es waren tolle und ereignisreiche 3 ½ Jahre, auf die ich gerne zurückblicke.

Warum bist Du in den Meisterclub eingetreten?

Ich habe bei der Zeugnisübergabe eine Einladung zum Meisterclub erhalten. Im ersten Moment konnte ich nicht viel damit anfangen, aber dann habe ich mich im Internet informiert, weil ich wissen wollte, was der Meisterclub überhaupt ist. Die Aufnahme war sehr einfach und so konnte ich mich noch genauer über den Newsletter und die App informieren.

Welche Vorteile bringen Dir Deine Mitgliedschaft im Meisterclub?

Was ich bis jetzt zum Meisterclub sagen kann – es werden tolle Events angeboten. Die Reise nach Dubai kommt für mich nur zu einem ungünstigen Zeitpunkt, ansonsten hätte ich sehr gerne daran teilgenommen, denn das Programm ist der Wahnsinn. Jeden Monat gibt es einen Stammtisch an den unterschiedlichsten Orten, Workshops und Events für Selbstständige und Arbeitnehmer. Also eigentlich alles, was man von einem Meisterclub erwarten kann. Toll, dass die HWK Osnabrück so etwas anbietet!

Wie siehst Du Deine Zukunft im Meisterclub?

Ich würde in Zukunft gerne an mehreren verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen, die vom Meisterclub durchgeführt werden. Fest vorgenommen habe ich mir die Stammtische zu besuchen, um die ersten Kontakte zu knüpfen. Der Austausch unter den Kollegen wird für mich hoffentlich sehr interessant, da ich gerne von anderen lerne und auch meine Erfahrungen weitergeben möchte.

Wie siehst Du Deine Handwerkliche Zukunft?

Ein besonderes Ereignis gab es soweit ich mich erinnern kann nicht. Mein Interesse zur Selbstständigkeit kam über die Jahre. Ich habe immer wieder Ideen gehabt, wie man etwas in einem Unternehmen anders machen könnte. Wie man Mitarbeiter anwirbt, Kunden bindet, Werbung für das Handwerk macht und Auszubildende gewinnt. Nur habe ich immer auf den Betrieb gewartet, der es hier in der Gegend so umsetzt, wie ich es mir wünschen würde. Letztendlich kam ich zu dem Entschluss, dass man es selbst ausprobieren muss. Der letzte Anstoß kam dann während der Vorbereitung zur Meisterprüfung. Ich habe mich daran erinnert, dass ich das Verlangen bereits während meiner Ausbildung hatte und so habe ich Gesprächen mit meiner Familie, mit meinen Freunden und Bekannten geführt. Letztendlich stand mein Entschluss dann fest. Ich wage den Schritt in die Selbstständigkeit.  

Ich hoffe, dass ich meine gesteckten Ziele und Träume weiterhin erreichen werde. Das wir langfristig ein Team aufbauen das Spaß an der Arbeit hat und ich selbst irgendwann die erste Auszubildende oder den ersten Auszubildenden durch ihre/seine gesamte Lehrzeit erfolgreich begleiten kann. Dass das Team jeden Tag motiviert startet und dem Kunden das beste Ergebnis liefert, was sie/er verdient. Mein Ziel ist es für mehr Wertschätzung im Handwerk zu kämpfen. Ich will junge Leute für das Handwerk begeistern und fördern. Dafür gehe ich auch für das Handwerk noch teilweise ungewohnte Wege.

Als Werkstattlehrer4.0 habe ich bereits auf Instagram die ersten 1000 Follower geknackt und will weiterhin dort Kontakte knüpfen und das Handwerk wieder nach vorne bringen, gemeinsam mit #lustaufhandwerk.

Ich möchte als gutes Beispiel vorangehen und zeigen, dass jeder etwas im Handwerk erreichen kann, wenn er nur möchte!