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Berufliche Bildung

Mehr Berufsorientierung und Fortsetzung Meisterprämie begrüßt

Mitgliederversammlung der niedersächsischen Handwerkskammern zeigt große Geschlossenheit

Die niedersächsischen Handwerkskammern stehen geschlossen hinter dem Erlass zur Beruflichen Orientierung des Kultusministeriums. „Für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ist die berufliche Orientierung noch während der Schulzeit unerlässlich und für ihren Werdegang so notwendig wie wertvoll!“, betont Karl- Wilhelm Steinmann, Vorsitzender der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN). Auf der Mitgliederversammlung der LHN begrüßten alle Handwerkskammern den Erlass von Kultusminister Grant Hendrik Tonne ausdrücklich und signalisierten ihre Unterstützung.

„Auf völliges Unverständnis trifft die Reaktion des Philologenverbands. Die Kritik des Verbandes geht an der Lebensrealität der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten vorbei!“, so Steinmann. Der Philologenverband hatte den Erlass als für Lehrer und Schulen nicht zumutbar kritisiert und angemahnt, dass die Berufliche Orientierung zu Lasten des Fachunterrichts gehe. „Aus Sicht der Handwerkskammern ist – wenn schon kein eigenes Fach Berufsorientierung – eine Integration in den Fachunterricht dringend notwendig. Nur mit Einblicken in zeitgemäße berufliche Lebenswelten können sich die Jugendlichen für eine berufliche Zukunft entscheiden, die ihren Talenten und Interessen entspricht. Die frühzeitige Berufsorientierung trägt außerdem dazu bei, dass enttäuschende Erlebnisse durch Abbrüche und Wechsel in Ausbildung oder Studium vermieden werden können. Die Schulen sind dafür unerlässliche Partner“, appelliert Steinmann an den Philologenverband. Gerade die Gymnasien müssen mehr Orientierung geben und dürfen ihre Schülerinnen und Schüler nicht allein lassen. Vor dem Hintergrund der großen Bandbreite verschiedener Studien- und Ausbildungsangebote sind gerade Abiturientinnen und Abiturienten stark verunsichert.

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung stand zudem die unbedingt erforderliche Weiterführung der Meisteranerkennungsprämie. „Der Fachkräftemangel ist zunehmend schwierig und wird durch sinkende Zahlen in den Meisterprüfungen verschärft“, macht Steinmann deutlich. „Die 2017 eingeführte Anerkennungsprämie in Höhe von 4.000 € für eine erfolgreich abgeschlossene Meisterprüfung war ein richtiger Schritt. Neben der Wertschätzung für den Meisterabschluss geht es darum, gezielt Anreize zu setzen, talentierte Handwerker von einer Meisterausbildung zu überzeugen. Mit mehr gut ausgebildeten Meistern sichern wir die Ausbildung kommender Generationen sowie den Fortbestand kleiner Handwerksbetriebe, die auf der Suche nach Nachfolgern sind“, so der LHN-Vorsitzende weiter. Die niedersächsischen Handwerkskammern begrüßten auf ihrer Mitgliederversammlung darum das klare „Ja“ des Wirtschaftsministers Dr. Bernd Althusmann zur Meisterprämie. „Strohfeuer helfen nicht wirklich! Anstehende Meister und Meisterinnen brauchen jetzt eine Zusage, wenn sie sich auf den Weg machen sollen!“, ergänzt Steinmann.