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Arbeitsmarktintegration

Integration benötigt Zeit

Willkommenslotse Dr. Goran Miladinovi?: „Arbeitsmarktintegration braucht Zeit. Mangelnde Sprach- und Fachkenntnisse können nicht im Crashkurs ausgeglichen werden.“

Das Handwerk im Kammerbezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim mit seinen überwiegend familiären Betriebsstrukturen leistet viel, wenn es um die Integration zu uns geflüchteter Menschen geht. Unsere Handwerkskammer unterstützt die handwerklichen Unternehmen, die sich täglich den hohen Anforderungen des Wettbewerbs stellen, dabei. Die individuelle Beratung der Betriebe steht im Vordergrund. Durch die Konzeptionierung des BMWi – Förderprogramms „Willkommenslotsen“, kann dieser Bedarf gedeckt werden. Bei der Beratung liegt der Fokus klar auf den Ausbildungsbereich und nachhaltige Prozesse. Willkommenslotse Dr. Miladinovi?: „Es erfolgt ein Abgleich des Schwierigkeitsniveaus der Ausbildung mit dem Leistungsvermögen des Bewerbers. Generell wird erwogen, ob die Chance besteht, die Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen und die Gesellenprüfung zu bestehen.“

Die Integration in den Ausbildungs- u. Arbeitsmarkt wird weiterhin durch eine Vielzahl von Hemmnissen erschwert. Dabei geht es um Eigenschaften der Geflüchteten, die für den Arbeitsmarkt nachteilig sind (Sprache, Qualifikationen, fehlende Nachweise, motivationale und psychische Probleme, eine schwierige familiäre Situation und bestimmte kulturelle oder religiöse Prägungen), um strukturelle Hemmnisse (rechtliche Regelungen wie das Aufenthaltsrecht, gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte) sowie um Hemmnisse, die innerhalb der Betriebe entstehen (Nichtübereinstimmung zwischen Arbeitsanforderungen einerseits sowie Qualifikation und Motivation andererseits).

Die Integration von Geflüchteten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erfordert daher Geduld. Integration über Ausbildung gelingt nur über Sprache. Um sich im Alltag zurechtzufinden, brauchen sie mindestens das Sprachniveau B1, um an der Berufsschule dem Unterricht folgen zu können und schriftliche Prüfungen zu bestehen, ist allerdings das Niveau B2 empfehlenswert. Damit können Azubis auch komplexe Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen und im eigenen Spezialgebiet Fachdiskussionen führen. Dr. Miladinovi?: „Integration ist nicht als statischer, sondern als dynamischer Prozess zu verstehen, der verschiedene Phasen durchläuft. Sprachkompetenz und Arbeitsmarktbeteiligung sind dabei ohne Zweifel unabdingbare Voraussetzungen im Integrationsprozess.“