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Bärbel Schnee-Gronauer und Klaus Neesen aus Schüttorf informierten die Teilnehmer in Nordhorn über Hürden bei der geordneten Unternehmensnachfolge
Andreas R. J. Schnee-Gronauer

Herausforderung Nachfolge

Unternehmer informierten sich in Nordhorn über Herausforderungen und Fallstricke der Unternehmensnachfolge

Rund 60 Teilnehmer*innen informierten sich jetzt im Rahmen der IHK-Veranstaltungsreihe „Stabwechsel – Nachfolge erfolgreich gestalten“ darüber, wie sich Unternehmer*innen oder Existenzgründer*innen auf eine Unternehmensnachfolge vorbereiten können und wo im Einzelfall Fallstricke lauern. Zu der Veranstaltung hatte die IHK gemeinsam mit der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Grafschaft Bentheim in den NINO-Hochbau nach Nordhorn eingeladen.

Die Referenten Bärbel Schnee-Gronauer und Klaus Neesen aus Schüttorf forderten ihre Zuhörer*innen dazu auf, ihr Unternehmen für die Nachfolge fit zu machen: „Ein*e Käufer*in will den Eindruck haben, dass der Betrieb, für den er*sie sich interessiert, gut geführt wird. Kümmern Sie sich rechtzeitig um Baustellen im Rechnungswesen, wie zu hohe Lagerbestände und uneinbringliche Altforderungen. Optimieren Sie den Forderungseinzug und das Liquiditätsmanagement, um die Ertragslage und Bilanzrelationen zu verbessern.“

Vier bis fünf Jahre vor einer geplanten Übertragung an eine*n Nachfolger*in sollten Unternehmer*innen mit diesen Vorbereitungen beginnen, so der Rat der Experten. Außerdem brauchen Kaufinteressierte aussagefähige Unterlagen und betriebswirtschaftliche Auswertungen des Unternehmens, damit Unsicherheiten und Risiken nicht ihre Preisbereitschaft reduzieren. Denn insgesamt stellen stark unterschiedliche Unternehmensbewertungen von Käufer*innen und Verkäufer*innen für mehr als die Hälfte aller Übertragungsprozesse das größte Problem dar. Neben der Entwicklung einer klaren Kaufpreisvorstellung des Verkaufenden unter Verwendung mehrerer anerkannter Bewertungsmethoden wirken sich in den Verhandlungen mit dem*der Nachfolger*in eine geringe Abhängigkeit von einzelnen Kund*innen sowie Produktneuerungen und Innovationen positiv aus. „Trennen Sie sich aber auch von allen Gegenständen, Maschinen, Anlagen und Werkzeugen, die längst nicht mehr benötigt werden, damit der*die Käufer*in beim Betriebsrundgang einen guten Eindruck gewinnt“, so die Experten.

Eine Unternehmensübernahme bietet nach Ansicht von Neesen gerade für Existenzgründer*innen gute Voraussetzungen für den Start in die Selbstständigkeit: „Das Unternehmen ist mit seinen Produkten und Dienstleistungen am Markt etabliert. Gründer*innen können auf vorhandene Mitarbeiter*innen, Kund*innen und Lieferant*innen zurückgreifen und generieren unmittelbar Umsatzerlöse.“