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Konjunktur in Corona Zeiten
monsitj

Handwerkskonjunktur gerät weiter unter Druck

Blitzumfrage: Immer mehr Betriebe beurteilen derzeitige Lage und zukünftige Erwartungen negativ

Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim stellt ein weiteres Absacken der Konjunkturdaten fest. Anlässlich einer Blitzumfrage zwischen dem 6. und 12. Januar gaben gegenüber einer vergleichbaren Datenerhebung aus dem letzten Herbst mehr Betriebe an, die gegenwärtige und zukünftige wirtschaftliche Lage als problematisch zu bezeichnen. Dabei driften zwei Bereiche immer weiter auseinander: Die Gruppe der personenbezogenen Dienstleistern wie Friseure, Optiker, Fotografen oder Kosmetiker mit ihren geschlossenen Ladengeschäften und die Bau- und Ausbaugewerke sowie deren Zulieferer, die weiterhin zufriedenstellende bis gute Auftragsdaten melden.

Über alle Handwerksgruppen bezeichneten im letzten Herbst noch 90% der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. „Aktuell hat sich dieser Wert auf 77% verringert“ erklärt Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt. Die Kammer habe zwar eine konjunkturelle Delle prognostiziert, mit dem erneuten Lockdown im Weihnachtsgeschäft bis Ende Januar, verbunden mit der Prognose einer weiteren Verlängerung, haben jedoch die pessimistischen Erwartungen deutlich zugenommen. Ruschhaupt: „Das Weihnachtsgeschäft wurde erheblich beeinträchtigt, eine Normalisierung des Geschäftsbetriebes ist weiterhin nicht in Sicht und die Unterstützungshilfen seitens des Bundes und der Länder fließen trotz aller Versicherungen zum unbürokratischen Vorgehen eher verzögert.“

Die Erhebung zeigte aber auch, dass für 34% der befragten Betriebe keine öffentlichen Unterstützungsmaßnahmen erforderlich sind. Jeder vierte Betrieb hält öffentliche Liquiditätshilfen allerdings für notwendig. „Überaschenderweise hat jeder zweite Betrieb den Abbau von Bürokratie als effiziente Unterstützungsmaßnahme in Corona-Zeiten formuliert, was deutlich zeigt, wie ausufernd trotz aller Beteuerungen seitens der Politik das Handwerk damit belastet wird“, stellt der Kammerchef weiter fest. Erfreulich: lediglich 7% haben Personal entlassen. 30% haben Kurzarbeit beantragt bzw. Urlaub angeordnet. 35% riefen zum Abbau von Arbeitszeitkonten auf. „Noch haben unsere Betriebe die wirkungsvollen Möglichkeiten zur Vermeidung von Entlassungen größtenteils umgesetzt, doch auch diese Instrumentarien haben ihre Grenzen“, bilanziert Ruschhaupt. Und Homeoffice sei im Handwerk auch eben schlicht nicht möglich, außer bei Mitarbeitern in der Verwaltung, die aber nur einen kleinen Teil der Belegschaften ausmachten. Zudem wurde in der aktuellen Umfrage auch die Mehrarbeit durch den Ausfall von Mitarbeitern durch Erkrankung bzw. Quarantäne genannt.