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Familie Kruse bangt um Vater Martin
Familie Kruse

Handwerkskollege braucht dringend Hilfe!

Leukämiekranker Augenoptikermeister braucht Stammzellenspende. Corona erschwert die Suche erheblich.

Martin Kruses Leben hängt am seidenen Faden. Der 56-jährige, dessen Großvater in Haselünne geboren wurde, hat Blutkrebs. Der Wahl-Osnabrücker wird im Moment mit Chemo und regelmäßigen Bluttransfusionen „auf schlechtem Niveau relativ stabil“ gehalten. Nach Angaben seines Onkologen sinken seine Überlebenschancen dramatisch.

Kruse hat Blutkrebs. Er benötigt dringend eine Stammzellenspende, um zu überleben. Da die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ bislang erfolglos ist, setzt seine Familie alle Hebel in Bewegung, um zu helfen. Gemeinsam mit der DKMS organisieren sie eine Online-Registrierungsaktion. Wer helfen möchte, gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich über www.dkms.de/martinkruse ein Registrierungsset nach Hause bestellen und so vielleicht zum Lebensretter werden.

Eigentlich führt Kruse ein sehr erfülltes Leben: Er ist Augenoptikermeister in Osnabrück, angelt und kocht in seiner Freizeit gerne, ist immer für einen Scherz zu haben. Doch im Juni änderte sich sein Leben und das seiner Familie schlagartig: Der zweifache Familienvater und Ehemann, jahrzehntelang an Diabetes erkrankt erhielt die Diagnose Blutkrebs. Er ist ein optimistischer lebensfroher Mensch, was ihm in dieser Situation natürlich hilft, lässt sich nicht hängen und kämpft. „Die Zeit, ins Kissen zu heulen, ist vorbei, ich will jetzt kämpfen“, sagt der Wahl-Osnabrücker.

Um die Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für den 56-Jährigen und andere Patienten zu unterstützen, ruft seine Familie gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS dazu auf, sich als potenzielle Stammzellspender zu registrieren. Vor dem Hintergrund des neuartigen Coronavirus Sars-COV-2 und der dadurch ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 findet die Registrierungsaktion nicht wie üblich an einem zentralen Veranstaltungsort statt, sondern erfolgt, zum Schutz der Bevölkerung, ausschließlich online.

„Wir sind froh, dass wir über diesen Weg auch in dieser besonderen Situation zur Registrierung aufrufen können“, so Kruses Familie. „Denn trotz der Pandemie sind ja auch weiterhin viele Patienten auf eine lebensrettende Stammzellenspende angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt viele Menschen mitmachen und sich registrieren lassen.“

Die Registrierung geht einfach. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Martin Kruse und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/martinkruse die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und anschließend per Post zurücksenden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit registrieren ließen, müssen nicht erneut teilnehmen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiter weltweit für Patienten zur Verfügung.
„Wir hoffen, dass wir mit unserem Online-Aufruf eine Welle der Hilfsbereitschaft auslösen. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto größer sind die Überlebenschancen für unseren Papa und andere Patienten weltweit“, betet Kruses Tochter Alina, dass ihr Vater gerettet wird. Sie hat Angst. Angst, „dass er unsere Hochzeiten und künftigen Enkelkinder nicht mehr miterlebt. Wir haben Angst, dass uns die Zeit zu schnell davonläuft und nicht rechtzeitig ein Spender gefunden wird. Wir haben Angst, Papa zu verlieren“.

NOZ-Bericht vom 24.7.2020, Autorin: Carola Alge