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Jahresbericht 2020
Handwerkskammer/ZDH

Handwerkskammer legt Jahresbericht vor

Handwerk der Region hat 2020 Krise gut bewältigt. Kaum Jobverluste, dagegen Steigerung der Betriebszahl. Negativer Trend bei Gewerken der personenbezogenen Dienstleistungen. Bau und Ausbau mit guter Auftragslage. 

Das Handwerk im Kammerbezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim mit seinen rund 11.000 Betrieben und über 100.000 Beschäftigten hat das abgelaufene Pandemiejahr insgesamt gut bewältigt. Dieses Fazit zieht die Handwerkskammer in ihrem jetzt vorliegenden Jahresbericht für das Jahr 2020.

„Im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen sind unsere Mitgliedsbetriebe einigermaßen gut durch das Krisenjahr 2020 gekommen“, bilanziert Kammerpräsident Reiner Möhle.  Dabei verhehlt er nicht die konjunkturellen Verwerfungen angesichts der mehrwöchigen Betriebsschließungen bei den Friseuren, Kosmetikern, Optikern und anderen Handwerken mit Ladengeschäften insbesondere aus dem persönlichen Dienstleistungssektor. Möhle stellt angesichts der Pandemie fest: „Das Handwerk ist systemrelevant, also unabdingbar und wertvoll für jeden Einzelnen, für die Wirtschaft, für das Gesundheitswesen, für das duale Bildungssystem und für unsere Gesellschaft insgesamt.“

Die Ergebnisse zusammengefasst

Konjunktur: Trotz der bedeutsamen Umstände bewerteten Ende des Jahres noch 58% der Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage als gut, weitere 32% zeigten sich mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Lediglich 10% beklagten eine schlechte Geschäftslage. Getragen wird die positive Entwicklung insbesondere durch die Betriebe des Bauhaupt- und des Ausbaugewerbes. Deutlich schlechter bewerten Betriebe der persönlichen Dienstleistungen das Jahr. Durch Schließungen und strenge Hygienestandards war dieser Bereich stark betroffen. Auch die Betriebe des Nahrungsmittelsektors wie Fleischer, Bäcker und Konditoren haben starke Einbußen verzeichnet. 

Betriebsentwicklung: Die Handwerkskammer verzeichnet ein Plus von 129 Betrieben  auf insgesamt 10.945 Handwerksbetriebe. Dies ist mit einer langjährigen linearen positiven Binnenkonjunktur zu begründen. Auch trägt die wieder eingeführte Meisterpflicht bei bestimmten Berufen dazu bei, da hier bei Betriebsgründungen bzw. Übernahmen eine höhere Marktsicherheit gegeben ist.

Ausbildung: Insgesamt 2.346 Personen haben im vergangenen Jahr eine Ausbildung im Osnabrücker, emsländischen und Grafschafter Handwerk begonnen. Die Zahl neu eingetragener Lehrverträge ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 % zurückgegangen. In der Gesamtheit befinden sich im Kammerbezirk zum Jahreswechsel über alle Ausbildungsjahre 6.771 (-3,2%) Personen in einer beruflichen Ausbildung. Das ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen ein guter Wert und der Rückgang liegt auch deutlich unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt von rund -10 Prozent.

Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote: Die Bildungseinrichtungen der Handwerkskammer mit den Standorten in Osnabrück, Lingen, Meppen, Nordhorn, Herzlake und Papenburg verzeichneten bei den Teilnehmerzahlen einen Rückgang um fast 13 Prozent. Insgesamt nahmen an allen Bildungsstandorten über 17.000 Teilnehmer*innen an Lehrgängen der Aus-, Fort- und Weiterbildung teil.

Betriebsberatung und Strukturförderung: Mit dem Ziel, den betroffenen Handwerksbetrieben möglichst schnell und passgenaue Beratungs- und Informationsangebote zur Bewältigung der Corona-Krise anzubieten, wurden mit dem ersten Lockdown im März 2020 Inhalte und Arbeitsstrukturen der Betriebsberatung angepasst und erweitert. So sind die Beratungsschwerpunkte verändert und neue digitale Abläufe eingeführt worden. Zudem wurden Videokonferenzsysteme zur Information und Beratung der Betriebsinhaber*innen etabliert. Insgesamt hat die Betriebsberatung 664 einzelbetriebliche Beratungen und 299 Kurzberatungen zu Corona-Hilfsmaßnahmen im Jahr 2020 durchgeführt.

Ausblick: Für die nächsten Monate prognostiziert die Handwerkskammer weitere konjunkturelle Einbrüche. „Auch wenn es möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte zu einer Normalisierung der Wirtschaftsabläufe kommen wird, werden sich die bisherigen negativen Entwicklungen in der Gesamtwirtschaft entsprechend auswirken“, zeigt sich Kammer-Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt besorgt. Insbesondere als Zulieferer der Industrie reagiert die Handwerkskonjunktur zeitverzögert auf die Entwicklung auch in anderen Wirtschaftsbereichen wie Handel und Dienstleistungen. Ruschhaupt: „Das Handwerk der Region ist aber sehr robust aufgestellt und auch die stärker von den Pandemie-Maßnahmen betroffenen Bereiche werden hoffentlich spätestens in 2022 mit einer Erholung der konjunkturellen Entwicklung rechnen können.“ 

Infos: Der komplette Jahresbericht mit detaillierten Infos auch zu regionalen Entwicklungen in den Landkreisen Emsland, Grafschaft Bentheim und Osnabrücker Land sowie den Entwicklungen der einzelnen handwerklichen Bildungsstätten in Papenburg, Lingen, Nordhorn und Osnabrück steht unter jahresbericht-hwk-osnabrueck.de