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Europaministerin Honé unterstützt niedersächsisches Handwerk in Brüssel

Handwerk befürchtet Einschnitte bei der Förderung

„Wir brauchen eine gezielte, unbürokratische Regionalförderung zur Stärkung der ländlichen Räume“, fordert Birgit Honé als Europaministerin des Landes Niedersachsen gemeinsam mit den Spitzenvertretern und -vertreterinnen der niedersächsischen Handwerkskammern unter Leitung des LHN-Vorsitzenden, Karl-Wilhelm Steinmann, in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Brüssel.

„Einerseits werden durch den Austritt Großbritanniens die Fördermittel weniger. Andererseits kommen mehr Aufgaben auf die EU-Ebene zu! Diese Entwicklung erfordert eine bessere Abstimmung der verschiedenen Programme“, stellt die Europaministerin im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung in Anwesenheit von Vertretern des Europäischen Parlaments und der Europäische Kommission klar.

Die Delegation des niedersächsischen Handwerks wirbt in Brüssel bei den EUInstitutionen für die Positionen des Handwerks zur nächsten EU-Förderperiode von 2021 – 2027. Ziel ist ein fondsübergreifendes Programm, welches die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und für den Europäischen Fonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gemeinsam verwaltet. Bereits frühzeitig hatte sich das Handwerk in Niedersachsen im Rahmen eines Positionspapiers und einer Resolution bei der Konzeption der EU-Förderperiode eingebracht. Die veröffentlichten Verordnungen der Europäischen Kommission greifen erste wesentliche Punkte des Handwerks auf. So wurde gezielt ein Fokus auf die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen für ein „intelligenteres“ Europa gesetzt und es wurden erste konkrete Maßnahmen zur Entschlackung der Programme aufgegriffen. „Entbürokratisierung muss ganz oben auf der Agenda stehen, wenn man wirklich auch kleine Unternehmen fördern möchte“, betont Steinmann. Komplexe Regelungen führten in der aktuellen Förderperiode zu einem hohen bürokratischen Aufwand bei allen beteiligten Stellen.

Besorgt zeigt sich das Handwerk, dass die Unternehmensförderung von KMU in Zukunft auf Innovationsvorhaben beschränkt werden soll, was die Unternehmensförderung sehr stark begrenzen würde. Dieses könnte besonders die strukturschwachen Regionen treffen, fürchtet Präsident Bade, als Vorsitzender des LHN-Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Soziales und fordert, auch zukünftig Förderungen von Gründungen, Betriebsübernahmen, -erweiterungen und -modernisierungen vorzusehen.