Browserwarning
Markus Kybart und Reinhard Siestelkämper stellten die Ergebnisse des Melinda Digitalisierungsprojektes vor
Handwerkskammer

Digitale Berufsbildung vor der Umsetzung

Projekt MELINDA abgeschlossen: Instrumente zur digitalen Unterstützung des beruflichen Lernens entwickelt und erprobt. Medienunterstützte Weiterbildung im Handwerk wird in Kürze in Osnabrück umgesetzt.

Zum Abschluss der Förderphase wurden die Ergebnisse einem großen Kreis von Interessenten aus verschiedenen Institutionen vorgestellt. Ergebnis: Die entwickelten Konzepte und digitalen Medien sind absolut praxistauglich und sollen schnellstens in der beruflichen Bildung eingesetzt werden. „Wir sind kurz davor, die entwickelten Produkte nachhaltig in das Lehrgangsportfolio des Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) der Handwerkskammer am Standort Osnabrück zu integrieren“, bilanziert Reinhard Diestelkämper, Geschäftsführer des BTZ.

Voraussichtlich schon in den nächsten Monaten soll es soweit sein. „Wir haben die digitale Infrastruktur bereits geschaffen und können mit Beginn der neuen Weiterbildungskurse in einigen Bereichen mit der Integration der neu erstellten digitalen Medien starten, bei anderen dauert es vielleicht noch ein wenig länger“, erklärt Projektleiter Markus Kybart. Das BTZ Osnabrück hat zusammen mit drei anderen anerkannten Kompetenzzentren des Handwerks und Experten der Technischen Universität Berlin über drei Jahre an Einsatzmöglichkeiten, Ansätzen und Instrumenten zur digitalen Unterstützung des beruflichen Lernens gearbeitet. Mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds ist es insbesondere in der Bau- und Versorgungstechnik gelungen, entsprechende digitale Lerninhalte zu entwickeln. Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, erklärte hierzu: „Es ist überdeutlich, dass die Digitalisierung mittlerweile zum Treiber in der beruflichen Bildung geworden ist, mit Auswirkungen auf nahezu alle Aus- und Fortbildungsberufe, was auch die Lernorte der beruflichen Bildung betrifft wie Betriebe, Berufsschulen und überbetriebliche Bildungszentren.“

Deshalb werden der Einsatz von digitalen Medien und Tools als Lernmethode bei der Bauausführung auch bei der anstehenden Neuordnung der 19 Berufe der Bauwirtschaft eine zentrale Rolle spielen. „Die Vermittlung von Lerninhalten und Methoden werden vollständig verändert, gar revolutioniert“, fasst BTZ-Chef Diestelkämper zusammen. Gesellen, Meister und Techniker könnten virtuell unterrichtet werden, ohne individuelle, lange, teure und klimaschädliche Fahrzeiten in die jeweiligen Lernorte wie bisher in Kauf nehmen zu müssen. „Im Sinne der Betriebe und Teilnehmer*innen wird somit die Aus- und Weiterbildung auf höchstem technischen Niveau betriebswirtschaftlich effizienter“, fasst Diestelkämper abschließend zusammen.