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Konjunktur in Corona Zeiten
monsitj

Corona-Pandemie beeinträchtigt das regionale Handwerk

Konjunktureller Abschwung erwartet – Geschäftslage im Gesamthandwerk aktuell noch positiv

Die Ergebnisse der Herbstumfrage machen deutlich, dass das Gesamthandwerk der Region die Herausforderungen der Corona-Pandemie bis jetzt gut meistern konnte. Zwar fallen die Bewertung nicht so gut aus wie im Vorjahr vor der Pandemie, dennoch bewerten aktuell immer noch 58% der befragten Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage als gut, weitere 32% zeigen sich mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Lediglich 10% beklagen gegenwärtig eine schlechte Geschäftslage.

Verantwortlich für die positive Beurteilung der aktuellen Geschäftslage im Gesamthandwerk sind vor allem die befragten Betriebe des Bauhaupt- und des Ausbaugewerbes. Der deutlichen Mehrheit dieser Betriebe ist es trotz der Corona-Pandemie in den letzten Monaten gelungen, die Entwicklung ihres Umsatzes und ihres Auftragsbestandes stabil zuhalten. So berichten beispielsweise 87% der befragten Betriebe aus dem Ausbauhandwerk von gestiegenen bzw. gleich gebliebenen Umsatzzahlen. Deutlich schlechtere Bewertungen der aktuellen Geschäftslage kommen hingegen von den Betrieben der persönlichen Dienstleistungsgewerke. Gerade diese Betriebe sind im besonderen Maße von den pandemiebedingten Einschränkungen (Geschäftslokalschließung, Hygiene- und Abstandregel) betroffen. Entsprechend bewertet fast jeder dritte befragte Betrieb der Dienstleistungsgewerke seine Geschäftslage als aktuell schlecht.

Geschäftsklimaindex sinkt um 5 Punkte

Blickt man auf die Entwicklung der nächsten Monate, trübt sich die Stimmungslage im Gesamthandwerk der Region ein. So stehen 16% der Betriebe, die bessere Geschäfte in den nächsten Monaten erwarteten, 18% der befragten Betriebe gegenüber, die von einer Verschlechterung ausgehen. Entsprechend ist auch der Geschäftsklimaindex der Handwerkskammer, der neben der aktuellen Geschäftslage zusätzlich die Erwartungen der Betriebe bündelt, im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 5 Punkte auf jetzt 86 Punkte gesunken. Auffällig ist, dass die Erwartung von sich verschlechternden Geschäftszahlen dabei von allen Handwerksgruppen gleichermaßen geäußert wird.

Investitionsbereitschaft geht zurück

Ein deutliches Anzeichen für die zu erwartenden konjunkturellen Abschwung im regionalen Handwerk ist der Rückgang an getätigten Investitionen u.a. für Ersatzmaßnahmen, Erweiterungen und in die Betriebsausstattung. So ist bis auf das Ausbaugewerk die Investitionsbereitschaft in allen Handwerksgruppen in den letzten Monaten zurückgegangen. Und auch für die kommenden Monate ist die Zahl der befragten Betriebe größer, die betriebliche Investitionen reduzieren wollen, als die Zahl der Handwerksbetriebe, die Investitionen planen.

Beschäftigungsentwicklung bleibt stabil

Trotz der aktuellen Eintrübung zeigt sich die Beschäftigungsentwicklung im Gesamthandwerk der Region aber nach wie vor robust. So berichten 21% der befragten Betriebe in den letzten Monaten die Beschäftigtenzahlen aufgebaut zu haben. Bei 67% ist die Beschäftigungszahl gleich geblieben. 12% der befragten Betriebe mussten hingegen ihre Belegschaft reduzieren.
Auch für die kommenden Monate sehen die meisten Handwerksbetriebe der Region eine stabile Beschäftigungsentwicklung. 91% der befragten Betriebsinhaber*innen gehen davon aus, die Beschäftigtenzahl in ihren Betrieb stabil zuhalten bzw. weiter auszubauen.

Nach wie vor hoch ist die Zahl der Betriebe die trotz der Corona-Pandemie offenen Stellen melden. So geben über 44% der Betriebe an, neue Mitarbeiter*innen einstellen zu wollen. Gesucht sind dabei vor allem gewerblich-technische Fachkräfte und Auszubildende.
Alles in allem zeichnet sich der handwerkliche Arbeitsmarkt der Region durch eine hohe Krisen-Resilienz aus. Das regionale Handwerk bietet nach wie vor gute und sichere Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten.

Grafik Herbstkonjunktur