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Ausbildungszahlen aktuell auf Vor-Corona-Niveau

KfW sieht Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt bei mittelständischen Unternehmen. Handwerkskammer widerspricht: Regionale Daten wieder auf Vor-Corona-Niveau.

„Die rund 11.000 Handwerksbetriebe der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim bilden nicht nur überproportional aus, sondern suchen zudem noch in nahezu allen Gewerken nach Auszubildenden“, stellt Kammerpräsident Reiner Möhle fest, der eine entsprechende öffentliche Aussage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezüglich eines Einbruchs der Ausbildungszahlen für das Handwerk verneint. Die KfW spricht in einer aktuellen Pressemitteilung von einem Einbruch der Ausbildungsaktivitäten bei kleinen und mittleren Betrieben des Mittelstandes. Nach Darstellung der KfW stelle jedes vierte Ausbildungsunternehmen weniger Azubis ein und eine Erholung des Ausbildungsmarkts sei 2021 nicht absehbar.

„In vielen Wirtschaftsbereichen ist die Situation sicherlich kritisch, unsere Daten im Handwerk belegen aber eine vollkommen andere Entwicklung“, stellt Möhle fest. Im April 2019 zählte die Kammer insgesamt 1.225 neu eingetragene Lehrverhältnisse. Die aktuellen Aprilzahlen liegen bei 1.205. „Das ist kein Einbruch sondern eine Konsolidierung auf hohem Niveau und macht Hoffnung, dass sich die mittelständische Wirtschaft erholt“, so Möhle weiter. Er bestätigt zwar eine Verringerung der neuen Lehrverhältnisse für 2020, verweist aber dennoch darauf „dass unsere Betriebe im Gegensatz zur Darstellung der KfW sogar noch weiterhin intensiv nach Auszubildenden für das kommende Lehrjahr suchen. Aus gutem Grund haben wir als Handwerkskammer jüngst unsere Ausbildungskampagne „Endlich was Anständiges lernen!“ gestartet“: Details unter hwk-osnabrueck.de/ausbildung.

Die Zahlen sind für das Handwerk eindeutig: Nach der aktuellen Konjunkturumfrage gaben 64% der befragten Betriebe an, dass deren größte Herausforderung zurzeit darin besteht, Auszubildende und damit zukünftige Fachkräfte für ihren Betrieb zu finden und zu binden. Möhle: „Von einem Einbruch, wie es die KfW bezeichnet, ist das Handwerk unserer Region weit entfernt, obwohl es natürlich Verwerfungen insbesondere in dem Bereich Nahrungsmittel und personenbezogenen Dienstleistungen gibt.“ Der Kammerpräsident stellt fest: „Unserer Auffassung nach besteht das Problem vorrangig darin, dass die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen zu gering ist und nicht das Angebot der Betriebe. Die Auftragseingänge der regionalen mittelständischen Handwerkswirtschaft belegen zudem eine Konsolidierung der regionalen Wirtschaft insgesamt.“